Segelfliegen
Wen fasziniert nicht der Anblick eines Greifs, der lautlos höher und höher der Sonne entgegen gleitet? Wer ihm nachblickt, den erfasst der Traum von grenzenloser Freiheit. Auch dem Anblick eines Segelfliegers am Himmel, können sich nur wenige Menschen entziehen. Majestätisch und lautlos gleitet der Flieger vorbei und nutzt genau wie Vögel die Aufwinde – jedoch nicht nur um ein Ziel anzusteuern, sondern um den Wind möglichst vollkommen auszunutzen. Einst stand das Fliegen, ähnlich wie der Golf- oder Reitsport, vorwiegend der gehobenen Gesellschaft offen. Diese Zeiten sind Geschichte, heute kann jeder seinen Traum Wirklichkeit werden lassen. Ohne unbedingt gleich einen Flug zu buchen, kann man auf dem nächsten Flugplatz erst einmal vom Boden aus dieses faszinierende Hobby beobachten. Wobei die Bezeichnung Hobby, der Leidenschaft für den Segelflug nicht gerecht zu werden scheint. Wer diesem Sport einmal verfallen ist, wird nie wieder davon los kommen.
Spannend ist schon der Start, bei dem der Segler mit einem Fahrzeug, einer Winde oder von einem Motorflugzeug in die Lüfte geschleppt wird. Hat das Segelflugzeug die richtige Höhe erreicht, wird das Schleppseil ausgeklinkt und der Segler ist auf sich allein gestellt. Die Erfahrung und Beobachtungsgabe des Piloten, lenkt das Flugzeug nun zu geeigneten Aufwinden. Wo diese sich befinden, sagen dem Piloten beispielsweise die Wolkenformationen. Das zeigt, wie wichtig eine gute Sicht für einen Segelflug ist. Heute sind die Segelflugzeuge so konstruiert, dass auch die leichtesten Aufwinde ausgenutzt werden können.
Der Segelflug wird auch gerne als ‘pures Fliegen’ bezeichnet. Flugwinde ohne störende Motorgeräusche, steile Kurvenlagen und häufige Vertikalbeschleunigungen üben eine besondere Faszination aus. Zu welchen Leistungen Segelflieger fähig sind, zeigen die besten ihrer Zunft. Klaus Ohlmann legte am 22.01.2008 eine Strecke von 3.008,8 Kilometern zurück. Den Höhenrekord hält derzeit die 1986 von Robert R. Harris geflogene Höhe von 14.938 Metern. James M. Payne erreichte 1999 eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 247,49 Kilometern in der Stunde.